Unsere Arbeitsweise

Wir Kritische Kommunisten arbeiten überall dort, wo wir einen aktiven Beitrag dazu leisten können, unsere eigene Entfremdung und die von Menschen in unserem Umfeld aufzuheben und das Bewusstsein für progressive Alternativen aufbauen zu können (siehe EP 2). D.h., dass wir eine Brücke von hier und jetzt zur kommunistischen Gesellschaft bauen wollen. Dabei können wir auch von anderen Bewegungen aus der ganzen Welt lernen, indem wir sie analysieren, ihre spezifischen Voraussetzungen verstehen lernen, ihre Fehler kritisieren und ihre Errungenschaften für uns nutzbar machen.

Damit distanzieren wir uns bewusst von der Haupttaktik der bolschewistischen Linken, deren Essenz es ist, auf existierende Bewegungen aufzuspringen um sie von links her zu kritisieren und darauf zu hoffen, einen Teil der Bewegung abspalten zu können. Wir sehen uns als Teil von Bewegungen, und kämpfen und entwickeln uns mit ihnen, anstatt dass wir mit einem „revolutionären“, bereits fertigen Programm die Bewegung anzuführen versuchen.

Aber auch unsere Arbeitsweise selbst soll in einer neuen Form stattfinden. Sowohl bei historischen als auch aktuellen Themen ist die Wahrheitsfindung eine komplexe Sache. Bürgerliche Medien und Schriftsteller schreiben oft einseitig und subjektiv, sei es aus Kalkül, aus Zeit- und Geldmangel oder weil sie nicht unabhängig sind. Geheimdienste und Denkfabriken haben scheinbar unendlich viel Personal, Zeit und Kontakte um Meinungsmacher ideologisch zu beeinflussen. Aber auch die Linke war und ist nicht neutral, verdächtigt oft unhinterfragt, weil sie der Meinung ist, sowieso für das einzig richtige zu kämpfen, ist aber zur eigenen Geschichte oft unkritisch und wird sektiererisch und verschwörerisch, wenn es darum geht, sie zu verteidigen.

Es gibt kein fertiges Rezept, wie man die Wahrheit finden kann. Aber wir glauben daran, dass die Wahrheit das Ganze ist. Wir Kritische Kommunisten versuchen eine Sache zu verstehen, indem wir sie von allen Seiten betrachten und ein großes Ganzes aufbauen. Je mehr unterschiedliche Standpunkte wir verstehen, desto sicherer können wir ein realistisches Bild erzeugen und desto näher kommen wir der Wahrheit.

Wir halten daher nichts davon, im Schnellschuss, Artikel und Positionen zu allem und jedem entwickeln und veröffentlichen zu müssen. Und da wir nicht bloß an der Informierung, sondern an einer aktiven Veränderung interessiert sind, lehnen wir den Schlagzeilenjournalismus ab und setzen uns mit unseren Themen langfristig auseinander.

qrK2  Kritischer Kommunismus (K2) / November 2015

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